Teil 1 - Pebbels und ihre Geschichte vom Eierlegen

Hallo ihr gefiederten Freunde und auch deren Federlose!


Ich bin Pebbels, eine zimtfarbene Kopffleckschecken-Schönheit, womit die Federlosen durchaus recht haben könnten! Oder?

Ihr setzt euch jetzt erstmal ganz gemütlich auf einen Ast, denn ich erzähle euch jetzt meine Geschichte vom Eierlegen.

Wenn mir nämlich jemand etwas über Blümchen und Bienchen erzählt hätte, dann wäre es vielleicht gar nicht erst so weit gekommen.


Angefangen hat es im Jahr 2005, da war ich gerade mal 1 Jahr alt. Ihr solltet vielleicht wissen, dass ich eine Handaufzucht bin und zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich gewust habe, dass ich ein Nymphensittich bin und kein Federloser (Mensch).

Ich wurde eines Tages von meinem Züchter von Conny und Christian abgeholt und wohnte seit dem Zeitpunkt an bei Bambam, einem wildfarbenen Nymphenmann. Wir waren gute Freunde und nichts weiter.
Eines Tages war mir nicht sehr wohl, ich musste ununterbrochen schreien und vor allem fliegen was das Zeug hält. Ich hatte auch ein bisschen Bauchziepen und keiner von dern Federlosen konnte mir helfen. Mein Popo bekam eine Beule und nach ein paar Tagen hatte ich schlimme Bauchschmerzen und ich musste so was weißes aus mir rausressen das vieeeeeel größer war, als eines von meinen Hirsekörnern...

Die Federlose bekam einen Riesen Schrecken, denn wo was hatte sie wohl auch nicht gesehen. Sie nannte das "Ding" aber Ei.

So, nun hatte ich mein erstes Ei gelegt, hatte keine Ahnung was das sein sollte, geschweige denn, dass ich wusste was ich damit tun sollte. Die Federlose rief bei einem Tierarzt an, um zu fragen, was nun zu tun wäre. Dieser meinte aber nur, sie sollte mein Ei nicht essen....damit gab sie sich aber nicht zufrieden und fand im Internet ein Nymphensittich Forum. Dort erzählte sie den netten Federlosen von meinem und auch ihrem Problem mit dem Ei... .und bekam Unterstützung.

Bambam schob sich das Ei immer unter seinen Bauch, das sah für mich sehr witzig aus, aber ich wollte davon nichts wissen, das Ding hatte mir genug Schmerzen bereitet, damit spielen wollte ich nicht. Ich schämte mich dafür, dass ich meine lieben Federlosen beißen musste, ich war sehr grantig und konnte mich selbst nicht leiden. Kennt ihr das?

Das schlimme daran war, jetzt kam alle zwei Tage so ein weißes Ei aus mir heraus, ich fühlte mich sehr elend. Meine Federlosen bauten mir eine Höhle aus einem Badehäuschen und einer Pappschachtel... uiiii....war das schön dunkel dort. Ich bekam Lust mich auf die Eier zu setzen und hatte das GEfühl dass es ihnen gut tut, wenn ich sie mit meinem Bauch warm halte.
Aber ich musste ab da noch mehr die Federlosen beißen und auch meinen Bambam verscheuchte ich, der arme Kerl konnte ja überhaupt nichts dafür. Tut mir leid Bambam, für alles was ich dir in dieser Zeit angetan habe!

Die Federlosen bemerkten mein Schlamassel und nahmen mir die Schachtel wieder weg. Puuuhh war das erleichternd für mich und auch für Bambam. Ich konnte wieder ganz brav und artig sein, so wie vorher.

Ich bekam ein Mittel das nennt sich Antitrieb, das gaben mir die Federlosen, dami ich nicht noch mehr von diesen Eiern legen musste, das Zeug schmeckte aber sehr widerlich und ich nahm es nicht an.
Nach sechs von diesen Eiern war mein Gesundheitszustand sehr bedenklich, ich hatte Bauchziepen, mir war so richtig elend zumute, konnte nichts mehr tun als stumm dasitzen, ich mochte noch nicht einmal mehr fressen.
Die Federlose machten sich große Sorgen und gaben mir einen Kasten aus Holz mit einem Loch drin.
Sie bauten ihn uns in unser kleines Wohnzimmer ein, damit Bambam und ich dort schön auf den Eiern sitzen konnten. Es ging mir bald besser und nach zwei Tagen, kam schon wieder so ein Ei aus mir heraus.

In dieser Nacht ist etwas sehr schlimmes passiert, denn Bambam und ich haben uns sehr erschrocken. Bambam ist mit seinem Flügel in dem Loch hängengeblieben, als er herausstürzen wollte, und ich verlor vor Schreck meine ganzen Flugfedern am Flügel. Wir bluteten beide und konnten nicht mehr fliegen. Christian und Conny sind mit uns gleich zu einem sehr netten Vogeldoktor gefahren, uns war alles egal, wir wollten nur wieder gesund werden. Der Doktor hat uns verarztet und mich auch abgetastet, und gesagt, dass ich kein Ei mehr in meinem Bauch hätte. Mannnnooohmannn... war ich froh....

Ab da ging es für uns bergauf, wir wollten beide nichts mehr von diesen Eiern wissen und haben uns entschieden lieber zu spielen und Unfug zu treiben.

2005 legte ich insgesamt 7 Eier.

Dann ist eine ganz lange Zeit vergangen, genau ein Jahr.
Bambam und ich haben geheiratet.

Und dann war es wieder so weit, ich konnte mich schon wieder nicht leiden, musste beißen und extrem viel fliegen, aber diesmal hatte ich meinen geliebten Bambam an meiner Seite und ich fühlte mich nicht mehr so alleine.
Die Federlosen wussten, dass ich bald schon wieder mit dem Eier legen angangen würde und stellten uns diesen Holzkasten in die Voliere in die wir bereits umgezogen waren und auch noch nette Kumpels dazu bekamen - Gonzo und Pauline und Isolde und Ingo.

In dieser komischen Eier Zeit, grabe ich gern am Boden rum und ich gebe so seltsame Geräusche von mir, die Federlosen sagen, ich höre mich an wie ein Meerschweinchen. "Kopfschüttel" ich bin doch kein Schwein?! Oder doch?
Nach dieser langen Zeit lernte ich, dass ich ein Vogel bin und kein Schwein oder Federloser. Ich bin eine wunderhübsche Nymphensittich Dame und habe einen wunderbaren Mann gefunden und nun weiß ich auch, dass aus diesen weißen Eiern die aus meinem Popo kommen, eigentlich unsere Kinder herauskommen sollten. Und das war ein so schöner Gedanke, der uns gleich noch ein paar Eierchen "produzieren" ließ.

Die Federlosen waren sehr verwirrt und fragten wieder die netten Federlosen aus dem Forum.
Es fing wieder ein Schlamassel an, denn ich konnte einfach nicht mehr aufhören diese Eier herzustellen und mir sagte auch niemand wie das gehen soll.
Conny und Christian nahmen uns erstmal das ganze leckere Futter weg und wir mussten Wellensittichfutter essen... naja, ziemlich trockene Angelegenheit, aber es hilft, dass der Magen nicht mehr knurrt. Salat bekamen wir keinen mehr, auch keinen Apfel, wir verstanden die Welt nicht mehr.
Wir saßen in unserem Holzkästchen und fühlten uns eigentlich sehr wohl dort. Die Federlosen nahmen uns immer wieder unsere Eier weg und steckten uns so andere weiße Dinger rein, sie dachten wir merken das nicht... und wir taten dann so als würden wir das nicht wissen, dass die weißen Dinger aus Plastik waren und genauso aussahen wie unsere eigenen Eier.

Es kamen immer wieder welche, manchmal gleich jeden Tag eins. Das hat mich sehr geschwächt und ich musste Joghurt mit Pulver drin essen ( Nekton MSA), damit ich genug Eierschale produzieren konnte. Schmeckt wie Rauhputz - also schon irgendwie lecker *ggg

Später durfte mich Christian auch nicht mehr kraulen und streicheln... das war sehr schlimm für mich, obwohl ich merkte, dass wenn er mich nicht mehr so streichelte, dass ich dann nicht mehr das Gefühl hatte unbedingt Eier legen zu müssen.

Ich musste dann auch so kleine weiße Kügelchen essen, die Federlose meinte, das ist Medizin für mich, damit es mir besser geht (Agnus Castus D3).

Die Federlosen hatten sehr viel angestellt, sie haben uns das Futter umgestellt, haben uns das schöne Vogellicht (Birdlamb) weggenommen, haben uns den Kasten auch zweimal ganz weggenommen, ich dachte ich spinne. Aber wir bekamen ihn immer wieder, weil ich nicht aufgehört habe zu legen. Ich konnte auch nicht anders.
Wenn der Kasten mal weg war, hab ich die Eier einfach von der Stange plumpsen lassen und solche Geschcihten. Das hat mich nicht gestört und mich haben die Eier auch nicht mehr interessiert. Ich hatte den Schnabel gestrichen voll. Und ich glaube die Federlosen auch...

Eines Tages hatte ich mit Bambam nur einen kleinen Ausflug unternommen, da sah ich, dass in unserer Kiste lauter seltsame Dinge drin lagen... das konnten nur die Federlosen gewesen sein... tssss.... es waren Zapfen drin und lauter gruseliges Zeugs.
Ich habe mich nicht beirren lassen, habe alles beiseite geschoben und mich wieder auf die Eier gesetzt, die ja sowieso aus Plastik waren *grins
Einmal aber, da hat sich die Federlose sehr viel Zeit für mich genommen, mich beobachtet was ich da so mache und das hat mir sehr gefallen.

Sie hat die Voliere geputzt und ich bin immer mal wieder aus dem Kasten raus. Ich hatte zuvor eh schon ab un dzu ein paar von diesen Eiern aussortiert, weil da eh nix raus kam. Ich dachte mir, wieso sollte ich noch länger auf diesen Teilen sitzen, da gibts doch viel schönere Sachen die ich mit Bambam unternehmen konnte. Ich habe mich dann schweren Herzens gegen mein Gelege entschieden, bin noch mal schnell rein in den Kasten und dann wollte ich davon nichts mehr wissen. Das hat meine Federlose gemerkt und hat den Kasten aufgeräumt und ich konnte mich noch verabschieden.
Das war sehr erleichternd, obwohl ich schon etwas traurig gestimmt war. Ich denke ihr versteht mich...

2006 habe ich genau 16 Eier gelegt.

Die Federlosen waren sehr froh darüber, dass es vorbei war und ich auch!

Das ganze Jahr über musste ich nun diese weißen kleine Kügelchen essen und Christian durfte mich nicht mehr streicheln, nur noch kraulen und Bussi geben, den Rest darf nur Bambam erledigen!

Conny und Christian beobachteten mich sehr in der letzten Zeit, dass war mir manchmal richtig zu doof und versteckte mich hinter den Bierkrügen oder wo man sich sonst noch so schön verstecken kann.
Das gefiel den Federlosen überhaupt nicht, sie waren so dreist und haben uns alle schönen Höhlen verbaut. In die Küche durften wir nicht mehr, da war unser schönstes Versteck hinter so Gläsern und so bunten Blechdingern.
Sie sprachen auch von einem Pebbels-Plan... keine Ahnung was die meinten.

Und wieder einmal kam die Zeit als ich zickig wurde....